AUFBRUCH!

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in Wilhelmsburg und der Hafen-City in Hamburg

Ahoi, Matrose! Wir laden ein zum Aufbruch!

Eine Woche lernten wir die Sprachräume Wilhelmsburgs kennen. Mit AUFBRUCH! bildeten wir ein Gedankengerüst unserer Aktion im Rahmen einer von der UdN – Universität der Nachbarschaften organisierten internationalen Summer School. Diese wurde mit Unterstützung der HCU-Hamburg und der IBA Hamburg als kulturelle Nachnutzung eines leerstehenden Gebäudes in dem für Stadtentwicklung vorgesehenen Bezirk Wilhelmsburg veranstaltet. Ziel war mit internationalen Studierenden und jungen Wissenschaftlerinnen, KünstlerInnen und AktivistInnen Wilhelmsburgs lokale Praktiken urbaner Produktion transdisziplinär und experimentell zu erkunden. Kritisch performativ suchten wir  in diesem paradoxen Arbeitsfeld nach unseren eigenen Fragen und Antworten.

Sensibilisiert waren wir bereits im Vorhinein in Hinblick auf die Aktivitäten der IBA Hamburg GmbH und deren Inselkampagne für Wilhelmsburg. Als TeilnehmerInnen wollten wir uns weder für städtische Sichtbarkeitskriege instrumentalisieren lassen, noch als soziale ProblemlöserInnen in Wilhelmsburg besänftigende Gespräche mit widerständigen Gruppen führen, oder spionagehaft deren informelle sozio-kulturelle Praktiken in kreativ-wirtschaftliche Nischen und Marktprodukte überführen.

Die Fragen nach unser Rolle und welche Haltung wir nach aussen hin gegenüber dem Forschungsfeld lokaler Praktiken urbaner Produktion einnehmen wollten oder sollten waren ebenso Gegenstand der Diskussionen während der Summer School wie die Fragen nach Transparenz und Offenheit unseres Think Tank’s nach innen.

»Schluss mit Flüstern und Tuscheln. Lassen wir das Labor explodieren: Grenzen verschieben, Wände durchbohren – die UdN Sprengen! – Projekt für alle: Lernen aus der Kontextverschiebung.«

 

Eine aktionistische Exploration im Piratenkostüm

Aus vor Ort gesammelten  toten Ästen, Schaumstoff, ein wenig Draht, Karton, einem Einkaufswagen und neongelber Farbe entsteht innerhalb weniger Stunden  ein mobiles, Festland  taugliches Gefährt. Der beim Umherschweifen in der Hafenlandschaft gefundene und mitgebrachte Einkaufswagen wird zum mobilen Piratenschiff Kariba3 . An Bord des Sehnsuchtsmodells  befinden sich drei Teilnehmer des  Wilhelmsburglabors der Universität der Nachbarschaften. Sie sind getarnt als Piraten und auf der Suche nach Methoden und Erfahrungen der Auseinandersetzung mit der Stadt als Lebensraum  für Alle. Wir verabschieden uns vom Labor und kurz darauf läuft die als Narrenschiff getarnte  Expeditionseinheit in die unbekannte Weite der Elbinsel Wilhelmsburg aus. Das Schiff dient uns als fahrende Heterotopie. Ihr Motiv der Ziellosigkeit ist es die UdN nach Wilhelmsburg und Hamburg hinaus zu tragen – das Feld in sich selbst zu öffnen.

Irgendwie bricht das etwas zu kleine, etwas zu bunte, etwas zu schlampige  Schiff auf Rädern in seiner fragmentarischen  Erscheinung mit dem geordneten  Alltag der Straße.  Und doch erinnert die eigenwillig vor sich hin schunkelnde bricolage an Wegwerfprodukte im städtischen  Alltag, versinnbildlicht geradezu die Sehnsucht,  die Kaufsucht, die Lebenssucht. So befremdend anders sind wir nun doch nicht, besonders in der frisch fertigen Hafencity Hamburg fügt sich unser Schiff gut ein und trifft auf Neugierde. Eine Methode, um in den Dialog zu treten ist ins Spielen zu kommen. Dabei erfinden wir mit der gestellten Räuberei Situationen des Austauschs sowie Möglichkeiten der Teilhabe. Auf der Schatzsuche, einer Erfahrungswissens-Aggregation, treten wir mit den unterschiedlichen Inselgeschichten in Kontakt, finden falsche Wahrheiten und richtige Lügenmärchen, treffen auf Menschen. So gelingt das Aufschließen lokaler urbaner Ressourcen, die niemandem und uns allen gehören. Wir stellen dabei gegenwärtige gesellschaftliche und politische Verhältnisse in Frage, brechen aus  den gewohnten Perspektiven aus  um mit Möglichkeiten und Strategien der Veränderung zu experimentieren.

 

13.03.-20.03.2011 AUFBRUCH! Künstlerisch forschende Projektarbeit mit Robin Resch von Artoholics im Rahmen von “Made In… Lokale Praktiken urbaner Produktion” der Universität der Nachbarschaften UDN-Wilhelmsburglabor und der Hafen-City Universität Hamburg.

  

LINK: KARIBA3